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24. Bundeswettbewerb

Der Abschlussbericht des 24. Bundeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" ist erschienen. Zum Download

Der 24. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" 2013 ist entschieden... mehr

 

Landeswettbewerbe

Wie ist der Stand bei den Wettbewerben in den Bundesländern... mehr

  

Kommunale Herausforderungen

Dörfer sind ein wichtiger und unverzichtbarer Teil im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen System Deutschlands. Die Vielfalt der natürlichen Standortbedingungen und Besonderheiten macht die Bundesrepublik Deutschland attraktiv und abwechslungsreich. Daher ist eine eigenständige Entwicklung der Dörfer sehr wichtig. Sie sind immer ein Ausdruck der bestehenden wirtschaftlich-sozialen Verhältnisse. Hervorgerufen durch unterschiedliche Faktoren hat der landwirtschaftliche Strukturwandel der letzten Jahrzehnte seine Spuren hinterlassen.

Immer mehr Gemeinden entschließen sich, daraus resultierende Fehlentwicklungen innerhalb ihrer Orte entgegen zu wirken. Demographischer Wandel und die Konzentration von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in städtischen Gebieten führen beispielsweise zu einer Abwanderung der jüngeren Bevölkerung in die Städte und zu einer Überalterung der Dörfer. Aufgrund der fehlenden Nutzung werden zudem häufig Infrastruktureinrichtungen wie ÖPNV-Verbindungen, Einrichtungen der Nahversorgung, Schulen, Kindergärten und Horte abgebaut.
Doch mit der Erstellung von zielgerichteten, auf die Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinde zugeschnittenen Entwicklungskonzepten zeigen viele Dörfer, dass eine Lösung der Probleme möglich ist.
So konnten unrentabel gewordene Einrichtungen der öffentlichen und privaten Infrastruktur durch Zusammenlegung in dörfliche Dienstleistungszentren (z.B. mit Lebensmittelladen, Café, Post- und Bankdiensten) erhalten werden. Andere Dienstleistungsangebote könnten zudem durch Kooperationen mit anderen Dörfern entwickelt und bewahrt werden. Auch kann durch eine solche Vernetzung das Angebot an anderen sozialen und kulturellen Einrichtungen erhalten werden. Eine solche Festigung der dörflichen Infrastruktur steigert wiederum nicht nur die Attraktivität des Dorfes für seine Bewohner, sondern fördert zudem einen möglichen Zuzug von Neubürgern, die Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen sowie das touristische Potenzial des Dorfes.
Grundvoraussetzung bereits für diesen Schritt und für eine erfolgreiche Umsetzung der Konzepte ist die aktive Mitwirkung der ansässigen Bevölkerung.

Beispiele erhalten Sie unter anderem in einem Dossier des LEADERforums 2/2004, das sich mit dieser Thematik befasst.


Eine veränderte Integration in die umgebende Landschaft sowie der wirtschaftliche Strukturwandel bedeuten weitere Erschwernisse und damit Entwicklungsnachteile für die Dörfer.
Mit der Rückbesinnung auf regionale Erzeugnisse in Supermärkten, Hofläden, Handelsgemeinschaften oder auf Bauernmärkten können Anbieter jedoch die Gemeinden stärken und Arbeitsplätze in der Landwirtschaft sichern. Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
 
Die erhöhte Bodenversiegelung sowie steigendes Abgas-, Abfall- und Abwasseraufkommen belasten die Umwelt und wirken sich negativ auf die Dorfökologie aus. Ein der umgebenden Natur nicht angepasstes Bauen verhindert zudem das Durchdringen von Landschaft und Siedlung – besonders an den Ortsrändern – und zerstört deren gestalterische Einheit. Die Folge ist der Rückgang oder das Aussterben von ehemals im Dorf ansässigen Pflanzen- und Tierarten.
Mit dem Umdenken zu einem umweltbewussten Umgang mit dem Ort haben Gemeinden wie beispielsweise Ottenhausen bewiesen, dass eine Entwicklung des Dorfes im Einklang mit der Natur nicht nur möglich, sondern auch förderlich ist.
 
Ein weiterer Aspekt ist der für die Gestaltung des Dorfes wichtige Bezug zwischen Gebäuden, weiteren baulichen Elementen – beispielsweise Mauern, Zäune oder Brunnen – und dem dörflichen Freiraum wie Gärten, Hofplätze und Wege. Er wird zunehmend durch Umnutzung und Ausbau von besonders zuvor landwirtschaftlich genutzten Gebäuden, missglückten Verschönerungsmaßnahmen aus vergangenen Jahrzehnten und falsch angesetzter Modernisierung gestört. Doch auch hier haben Gemeinden mit dem Wunsch zur Veränderung und dem Engagement ihrer Bewohner Mittel und Wege gefunden, die Dörfer mit Rücksicht auf ihre Besonderheiten und Eigenheiten neu zu gestalten. Sie erhalten und beleben die soziale, ökonomische und kulturelle Identität der Orte und stabilisieren deren Ökosysteme. Mit gemeinschaftlichem Handeln und ehrenamtlichen Tätigkeiten, privatem Kapital und öffentlichen Fördermitteln entstehen neue Ideen, mit denen das Erbe der Dörfer erhalten und gestaltet werden können. Lokale Initiativen, die sich aus vielen gesellschaftlichen Bereichen des Dorfes zusammensetzen, haben die größten Möglichkeiten, innovative und erfolgsversprechende Projekte für eine Zukunft ihres Dorfes zu planen.
 
Praxis>> Beispiele finden Sie bei den Erfahrungsberichten
 

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