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24. Bundeswettbewerb

Der Abschlussbericht des 24. Bundeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" ist erschienen. Zum Download

Der 24. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" 2013 ist entschieden... mehr

 

Landeswettbewerbe

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Stabilisierung des ländlichen Raumes im demografischen Wandel

 

Ein Modellvorhaben bringt langfristig regionale Erfolge
 
Die Auswirkungen des demografischen Wandels betreffen nahezu alle Handlungsfelder der Regionalentwicklung. Zusätzlich beeinflussen gesamtgesellschaftliche Rahmenbedingungen wie die zukünftige Effizienz sozialer Sicherungssysteme, die Entwicklung des Arbeitsmarktes oder die Leistungsfähigkeit öffentlicher Haushalte, die Entwicklung der Kommunen nachhaltig. Im Land Brandenburg werden die Entwicklungsprobleme des ländlichen Raumes zusätzlich verstärkt durch die Zunahme der Bevölkerungsgruppen im Rentenalter.

Der demografische Wandel bietet aber auch Chancen. Durch die steigende Nachfrage nach haushaltsnahen Dienstleistungen und altersgerechten Wohnungs-, Freizeit- und Kommunikationsangeboten können neue Handlungsfelder erschlossen und Kaufkraft mobilisiert werden.

Im Rahmen des LEADER+ Kooperationsprojektes "Modellprojekte zur Stabilisierung des ländlichen Raums im demografischen Wandel" arbeiten seit Januar 2005 die LEADER+ Regionen Land-Stadt UckerRegion, Fläming-Havel und Naturparkregion Uckermärkische Seen zusammen. Die wichtigsten Handlungsfelder sind:

  • Wohnen, Handwerk, Dienstleistungen,
  • Familiengerechte Gemeinden und Unternehmen,
  • Bildung und lebenslanges Lernen,
  • Tourismus 50plus - Gäste der Zukunft.


Zukunftsträchtiges Netzwerk
Das Kooperationsprojekt wird durch einen Projektbeirat mit kommunalen und privaten Vertretern aus den drei Regionen begleitet. Mit dem Projektmanagement wurden für die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Fläming-Havel das Technologie- und Gründerzentrum Fläming GmbH und für die LAGs Land-Stadt UckerRegion und Naturparkregion Uckermärkische Seen die Agro Öko Consult GmbH beauftragt. Für die Region Fläming-Havel im Landkreis Potsdam-Mittelmark und den Landkreis Uckermark wurden 2005 zwei Grundlagenstudien erstellt, die das Nachfragepotenzial der Senioren im ländlichen Raum aufzeigen. Auf dieser Grundlage werden Modellprojekte vorbereitet, die neue Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten erschließen können.

Das Netzwerk „Demografischer Wandel“ wird als Plattform für den Erfahrungsaustausch genutzt. Informationen zum demografischen Wandel, Anregungen für die Handlungsfelder und auch Projektideen können weitergegeben werden. In die Netzwerkarbeit werden Akteure aus den Bereichen Gesundheits- und soziale Dienstleistungen, Seniorenarbeit (auch aktive Senioren), Wohnungs- und Wirtschaftsunternehmen, Tourismus, kirchliche Einrichtungen, Kommunen und Kreisverwaltung, Handwerkskammern und Unternehmerverbände sowie der Wissenschaft einbezogen. Erstmalig trafen sich die Netzwerkakteure aus der Uckermark im Juni 2005 und aus Fläming-Havel im August 2005 auf den jeweiligen Regionalforen. Die landesweite LEADER+ Tagung im November 2005, die von den Initiatoren des Kooperationsprojektes veranstaltet wurde, war ein gelungener Abschluss der bisherigen Projektarbeit. Fachexperten, Akteure aus dem Netzwerk sowie Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung tauschten Erfahrungen aus, diskutierten über den Projektverlauf und sammelten Ideen zur Projektentwicklung. Bislang sind aus dem Kooperationsprojekt vier Folgeprojekte hervorgegangen, die mit Fördermitteln aus LEADER+ unterstützt werden.

Seniorenzentrum Lebensherbst
Im Ortsteil Lützlow des Amtes Gramzow (Landkreis Uckermark) wird durch Umbau des ehemaligen Gutshauses ein Seniorenzentrum aufgebaut. Durch eine systematische Verknüpfung der Bereiche Betreuung und Pflege, Wohnen und Gemeinschaft soll hier den Bedürfnissen älterer, pflegebedürftiger Menschen entsprochen werden. Im Gutshaus werden senioren- und behindertengerechte Wohnungen, Gemeinschaftsräume und Pflegebäder geschaffen. Im Bereich "Betreutes Wohnen" können ältere Mieter selbstständig wohnen und gleichzeitig alle Serviceangebote des Zentrums in Anspruch nehmen. Die Gesamtinvestitionen von 222.000 Euro wurden zu 50 Prozent bezuschusst.

Betreute Seniorenwohngemeinschaft

In der Gemeinde Milmersdorf im Amt Gerswalde entsteht in einer ehemaligen Kindertagesstätte die Seniorenwohngemeinschaft „Haus Karolina“. Hier können bis zu sechs ältere Menschen und Pflegebedürftige aus der Gemeinde in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben. Zusätzlich sollen 30 Senioren mit Mittagessen versorgt werden. Durch dieses Dienstleistungsangebot entstehen neue regionale Arbeitsplätze. Der Zuschuss zu den Gesamtinvestitionen von 266.000 Euro betrug 120.000 Euro.

Barrierefreier Wohnraum und Urlaub

In der Stadt Treuenbrietzen (Landkreis Potsdam-Mittelmark) besteht eine erhöhte Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum. Die Treuenbrietzener Wohnungsverwaltung mbH wird daher in einem Mehrfamilienhaus im Stadtzentrum vier Wohnungen seniorengerecht umbauen. Auch wird ein Gemeinschaftsraum und ein Hofgarten für die gemeinschaftliche Nutzung entstehen. Eine enge Kooperation ist mit der privaten Hauskrankenpflege in Treuenbrietzen geplant, die 2006 in das Mehrfamilienhaus einziehen wird und so direkt vor Ort die Betreuung Pflegebedürftiger absichern kann. Ergänzend wird die Hauskrankenpflege soziokulturelle Angebote für Bewohner und andere Interessenten organisieren. Die Gesamtinvestitionen für dieses Projekt liegen bei 200.000 Euro, die Fördersumme beträgt 110.000 Euro.

In Treuenbrietzen sollen zudem - in Kooperation mit regionalen Leistungsträgern - komplexe, barrierefreie Tourismusangebote entwickelt werden. Ausgehend von dem vorhandenen Potenzialen, zum Beispiel der Steintherme Belzig oder die barrierefreien Angebote des Naturparks Hoher Fläming, wurden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie Chancen und Möglichkeiten zur Entwicklung gesundheitstouristischer und barrierefreier Angebote in der Region geprüft, Defizite eruiert, Vorschläge zur Entwicklung erarbeitet und Maßnahmen zur Gewinnung von Investoren vorbereitet. Die Untersuchung wurde durch die Lorenz Tourismusbeartung GmbH erarbeitet und mit einer Förderung in Höhe von 10.000 Euro unterstützt.

Ein Ende ist nicht in Sicht

Das Kooperationsprojekt wird noch bis Dezember 2006 fortgeführt. Bis dahin soll die Zusammenarbeit mit Akteuren aus den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Uckermark weiter intensiviert werden. In diesem Rahmen ist die Durchführung eines Regionalforums geplant, der Themenschwerpunkt soll das Handlungsfeld „Wohnen, Handwerk und Dienstleistungen“ bilden. Weiterhin sollen - durch die Einbeziehung von Jugendlichen in das Kooperationsprojekt - Lebensbilder im ländlichen Raum und veränderte Rahmenbedingungen für eine verstärkte Bleibemotivation aufgezeigt werden.

Nähere Informationen

für die LAGs Land-Stadt UckerRegion und Naturparkregion Uckermärkische Seen:

Agro Öko Consult GmbH
Ulrike Trellert
Friedrichstraße 2
17291 Prenzlau

Tel. (0 39 84) 83 38 28, (0 30) 54 78 23 52
E-Mail: lag-uckerregion-dw@web.de
www.uckermaerkische-seen.de