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Leitfaden

Ein neu entwickelter Leitfaden bietet Ihnen Informationen und praktische Hinweise, wie Sie sich und Ihre Dorfgemeinschaft auf den Wettbewerb vorbereiten können....
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24. Bundeswettbewerb

Auf ein Neues: Der 24. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" 2013 ist ausgeschrieben... mehr

 

Landeswettbewerbe

Wie ist der Stand bei den Wettbewerben in den Bundesländern... mehr

  

Gersbach

1. Kurzportrait Gersbach

Der staatlich anerkannte Erholungsort Gersbach wurde erstmals im Jahre 1166 urkundlich erwähnt. Der Ort mit derzeit 700 Einwohnern liegt an der Südseite des Berg- und Rohrenkopfes, auf der Wasserscheide zwischen den Flüssen Wiese und Wehra. Das Dorf verdankt seinen Namen dem ihn durchfließenden Gersbach. Auf der Gemarkung mit einer Größe von 2.409 ha sind sechs Weiler eingebettet. 1974 wurde Gersbach in die Stadt Schopfheim eingemeindet und ist der höchstgelegenste und der Fläche nach der größte der acht Ortsteile.

Das weitläufige „Straßendorf“ ist durch die Land- und Forstwirtschaft sowie durch einen sanften Tourismus geprägt. Offene Weide- und Wiesenflächen, urwüchsige Wälder, idyllische Aussichtspunkte mit Sicht bis zum Schweizer Alpenmassiv und wildromantische Schluchten bilden die unmittelbare Umgebung von Gersbach. Das in einer klimatisch reizvollen Region gelegene Bergdorf, mit seinen überdurchschnittlich vielen sonnigen Tagen, und mit Kälterekorden im Winter, ist überregional bekannt, auch durch die hier ansässige „Kachelmann-Wetterstation“ und die mächtigen Weißtannen, mit denen das Dach der Expo 2000 in Hannover errichtet wurde.

Ein umfangreiches, über 90 km langes Wanderwegenetz, Skipisten, Rodelhänge, Winterwanderwege und Langlaufloipen sowie Themenpfade bieten Wanderern, Nordic-Walkern, Mountain-Bikern, Reitern, Wintersportlern und anderen Naturliebhabern vielfältige Möglichkeiten, das Höhendorf mit seinen besonderen landschaftlichen Reizen zu jeder Jahreszeit und mit allen Sinnen zu erleben.

Die regionale Schwarzwälder Küche mit ihren ortstypischen Spezialitäten wie z. B. Weiderind oder Wild in verschiedenen Variationen, aber auch die charakteristisch vielfältige Kochkunst der Dreiländerregion findet man auf den Speisekarten der sechs ortsansässigen Gaststätten.

Eine Besonderheit des Dorfes ist die Gersbacher Direktvermarktung von Fleisch- und Wurstwaren aus heimischer Rinderhaltung. Eine weitere wichtige Einrichtung ist die Gersbacher „Chäs-Chuchi“, in der aus heimischer Milch Käseköstlichkeiten hergestellt werden.

Die Bevölkerungszahl blieb in den vergangenen 10 Jahren mit ca. 700 Einwohnern konstant. Dies lässt auf eine Beständigkeit und geringe Abwanderungstendenz schließen. Gründe hierfür sind sicherlich die zahlreichen landwirtschaftlichen Betriebe, die Verbundenheit mit dem Dorf, der Gemeinschaftssinn sowie die Liebe zur Landschaft und der damit verbundenen Bereitschaft, die weiten Wege zu den Arbeitsplätzen in den Industriestandorten des Rhein- und Wiesentals in Kauf zu nehmen.

 

Entwicklung der Einwohnerzahl 1990 - 2006

 

 

Altersstruktur, Stand 30.06.2006

 

 

2. Maßnahmen zur Entwicklung des Dorfes

Konzeption „Weidepark Gersbach“
 
 
Ausgangslage für die Landwirtschaft

Der Ortschaftsrat beschäftigte sich im Januar 2000 mit dem Landwirtschaftsbericht für Gersbach. Untermauert durch Berichte der Landesregierung musste zur Kenntnis genommen werden, dass sich die Zahl der bäuerlichen Haupt- und  Nebenerwerbsbetriebe kurz- und mittelfristig drastisch reduziert.

Gersbach hat von einer

Gesamtbodenfläche von 2.409 ha
insgesamt eine landwirtschaftliche Fläche von ca. 800 ha = 33,21 %

Die Waldfläche umfasst ca. 1.500 ha = 62,27 %

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche summiert ca. 109 ha = 4,52 %

Das landwirtschaftlich genutzte Grünland besteht zu ca. 320 ha = 40,00 %
aus Biotopen gem. § 24 a Naturschutzgesetz.
Diese Flächen beinhalten auch ca. 282 ha Weidfelder. 

Von der landwirtschaftlichen Fläche wurden im Juni 2004 ca. 450 ha = 56,25 %

als FFH-Flächen (Flora, Fauna, Habitat) an die Europäische Union gemeldet. Diese Flächen wurden als besonders schützenswerte Lebensräume ( insbesondere Borstgrasrasen und Bergmähwiesen) ausgewiesen.

Bedingt durch die Größenordnung der Flächen wird erst im Zusammenwirken mit den landwirtschaftlichen Betrieben die Aufgabenstellung deutlich. 1999, im Jahr der Erhebung, gab es noch 3 Haupterwerbslandwirte und 42 Nebenerwerbslandwirte in Gersbach. 

Wenn längerfristig, wie vom Landwirtschaftsministerium prognostiziert, nur noch ein Drittel der Höfe erhalten bleiben, bedeutet dies einen drastischen Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe im Ort. Die dann noch vorhandenen Bauern könnten so, auch bei eventuellen Betriebsvergrößerungen, das offene, typische Gersbacher Land nicht mehr (alleine) bewirtschaften.

Als zwingend notwendige Maßnahmen müssen daher auch noch andere Nutzungsmöglichkeiten gefunden werden, um die offene Landschaft um Gersbach langfristig zu erhalten. Gersbach mit seinen freien Hügeln und Weiden ist, und muss auch zukünftig, prägend im Naturpark Südlicher Schwarzwald bleiben. Ohne gezielte Aktionen droht eine Aufforstung des Geländes und das Landschaftsbild würde sich zwangsläufig verändern.


Ausgangslage für den Tourismus


Der Ortsteil Gersbach wurde Mitte der 70er Jahre mit dem Prädikat "Erholungsort" ausgezeichnet. 2003 hatten wir in Gersbach 15.467 Übernachtungen und  6.356 Gästeankünfte.

Die Übernachtungen und Gästeankünfte verteilen sich auf ein evangelisches Freizeitheim, ein Naturfreundehaus, zwei Hotels, 18 Ferienwohnungen und zwei Pensionen.

Wir wollen durch unseren Einsatz für den Tourismus die Gästeankünfte sowie Übernachtungszahlen steigern. Weiterhin setzen wir alles daran, dass noch mehr Naherholungssuchende unser Dorf besuchen, die Kulturlandschaft genießen und selbstverständlich auch die Produkte aus der Landwirtschaft erwerben sowie vom reichhaltigen gastronomischen Angebot Gebrauch machen. 

Neben der sehr guten Zusammenarbeit mit der Stadt Schopfheim finden Kooperationen im Marketingbereich mit den Gemeinden Steinen, Maulburg, Hasel, Hausen i.W., Häg-Ehrsberg, Todtmoos und dem Kleinen Wiesental statt.

Mit der Stärkung eines „sanften“ Tourismus wirken wir einer möglichen Strukturschwäche entgegen!

Das Tourismusbüro der Stadt Schopfheim, die Ortsverwaltung Gersbach, der Tourismus Gersbach e. V., der Arbeitskreis Landwirtschaft und Tourismus sowie die ortsansässige Gastronomie setzen alles in Bewegung, damit es zu einem weiteren Aufschwung in diesem wichtigen Wirtschaftszweig kommt. Durch Messeauftritte (Mustermesse Basel, Regio-Messe Lörrach, Gewerbeschau Schopfheim, Holztage Gersbach, Schwarzwald-In Tage, Veranstaltungen mit SWR 4), Marketingaktionen und einer repräsentativen Homepage im Internet werben wir für Naherholungs- und Feriengäste.

Die Ortsverwaltung, der Tourismusverein, die ortsansässige Gastronomie und die Gersbacher Vereine bieten auch im Jahr 2004 wieder ein Programm für Gäste und Einheimische an, das für jeden Geschmack und jedes Budget etwas bietet (siehe Anhang).


Fazit

Gersbach hat die Landschaft, sie ist das wichtigste Kapital.
Gersbach braucht für das „Überleben“ die Landwirtschaft und den Tourismus. Wir setzen in Gersbach den Gedanken der Agenda 21 zur nachhaltigen Entwicklung unseres Dorfes, unter Berücksichtigung von Ökologie, Ökonomie und sozialen Aspekten und unter Beteiligung aller Betroffener, um.

 
Entwicklungsziele

  • Offenhaltung der Landschaft, extensive Landwirtschaft
    Sicherung des typischen Landschaftsbildes
  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Schaffung von etwas "Einmaligem"
  • Nutzung brach liegender Flächen
  • Erhaltung und Sicherung der Landwirtschaft. Erhalt einer Berufsethik, keine Abqualifizierung der Bauern „nur“ zu Landschaftspflegern
  • Förderung des Tourismus, einschließlich Schaffung neuer Naherholungsströme
  • Schaffung einer echten, auf Gersbach zugeschnittenen Direktvermarktung von landwirtschaftlichen Produkten
  • Verbesserung des Dorfbildes, der öffentlichen Einrichtungen und der gewerblichen Infrastruktur

Aufgrund der oben dargestellten Sachverhalte entwickelte der Arbeitskreis Landwirtschaft und Tourismus (seit Februar 2000) die o. g. Ziele. Als Dorfleitbild wurde das
 
"Dorf aus einem Guss"
 
zum geflügelten Wort. Damit sind die nachfolgend genannten Projekte gemeint, die dazu beitragen sollen, die Infrastruktur zu erhalten und nach Möglichkeit auszubauen. Die Konzeption besteht aus 30 Einzelprojekten.

 

3. Gersbach – das Dorf aus einem Guss

Die Gesamtkonzeption ist die Summe aller Aktivitäten in und für Gersbach

 

Die Gesamtkonzeption widmet sich den Menschen im Dorf, der Landschaft und den Tieren, der Landwirtschaft, den eigenen erwirtschafteten Produkten, dem  sanften Tourismus.

Die Ortsverwaltung und der Ortschaftsrat legten einen absoluten Schwerpunkt auf die positive Entwicklung des Dorfes, ohne die Kriterien des Dorfwettbewerbes zu  vernachlässigen. 

Der Ortschaftsrates beschloss am 18. Januar 2002 , nach einer Bürgerversammlung, dass Gersbach am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft“ teilnehmen wird. Die Bevölkerung unterstützte diesen Beschluss. Dies kam insbesondere durch die aktive, engagierte Mitarbeit bei der Umsetzung dieses Projekts zum Ausdruck.

Wie bei vielen Gemeinschaftsprojekten in der Vergangenheit ist die Beteiligung bei diesem Wettbewerb außerordentlich groß. In fünf Arbeitsgruppen wirken über 50 Personen, und darüber hinaus viele weitere GersbacherInnen mit. Der Wettbewerb gab und gibt weitere wertvolle Impulse zur Gestaltung der Zukunft unseres Dorfes.

Der 1. Platz im Kreiswettbewerb 2002 löste große Freude in der Bevölkerung aus, und motivierte weitere Personen in den unterschiedlichsten Bereichen zur Umsetzung unseres Leitbildes, „Gersbach, das Dorf aus einem Guss“. Dieses Leitbild wurde durch die Einwohner unseres Dorfes erarbeitet. So entstanden Synergien in den unterschiedlichsten Bereichen. Die bereits umgesetzten Konzeptionen sowie die Zukunftsprojekte garantieren eine positive Weiterentwicklung Gersbachs, ohne dass die Identität des Dorfes verloren geht. 

Unser Dorf lebt vor allem von der Land- und Forstwirtschaft sowie einem „sanften“ Tourismus. Gerade in diesen Bereichen werden wir auch in der Zukunft auf harte Proben gestellt. Die anstehenden Herausforderungen nehmen wir an, und werden uns ihnen stellen.
 
Unter Federführung der Ortsverwaltung wurden fünf Arbeitsgruppen entsprechend den Bewertungskriterien im Dorfverschönerungswettbewerb eingerichtet. Parallel hierzu bestanden die Arbeitskreise

  • Landwirtschaft und Tourismus
  • Flurneuordnung Gersbach
  • Marketing Weidepark
  • Hand in Hand für Gersbach

Die Arbeitsgruppen wurden vom Obst- und Gartenbauberater des Landratsamtes Lörrach, Herrn Martin Linnemann, beraten und von der örtlichen Presse, Herrn Gerd Sutter, begleitet. Regelmäßige Arbeitsgruppenleiterbesprechungen wurden durchgeführt. Je nach Schwerpunkt wurden auch Fachberater (Architekten, Grünplaner, Naturschützer, Förster, usw.) zu den Besprechungen hinzugezogen.

Jede Arbeitsgruppe entwickelte ihre Projekte eigenverantwortlich und setzte die Konzeptionen entsprechend um.

Während der Dauer des Dorfwettbewerbs wurden mehrere Dorfbegehungen von den Arbeitsgruppen durchgeführt. Protokolle über die Begehungen wurden gefertigt und Protokollauszüge mit der Bitte die Vorschläge umzusetzen, an die Grundstücks- und Hauseigentümer bzw. Mieter aber zumeist im persönlichen Gespräch übergeben.

Diese Gespräche verliefen ganz unterschiedlich. Die Arbeitsgruppenmitglieder trafen mit ihren Vorschlägen meist auf Verständnis. Hin und wieder teilte ein Dorfbewohner aber auch mit, dass er mit diesen Vorschlägen überhaupt nicht einverstanden sei. Im Verlauf des Wettbewerbs, insbesondere nachdem sich auch Erfolge einstellten, brachten sich auch Personen in den Wettbewerb mit ein, die zunächst sehr kritisch dem Dorfwettbewerb gegenüber standen. Am Schluss dieses Erfahrungsberichtes befindet sich der Arbeitsplan, welcher durch die Arbeitsgruppen nach dem Gewinn des Landeswettbewerbs erstellt wurde. Entsprechend dieser Planung bereitete sich das Dorf auf den Bundesentscheid vor.
 
 
Vorbereitung auf die Dorfbegehungen

Jede Arbeitsgruppe bereitete sich gezielt auf die Begehungen durch die Bewertungskommission vor. Entsprechend der vorgegebenen Zeit wurde ein Ablaufkalender erstellt, nach welchem minutiös aufgeführt war, welche Projekte der Bewertungskommission durch wen vorgestellt werden. Während der Vorbereitungsphase stellte sich relativ schnell heraus, welches Arbeitsgruppenmitglied wo seine Stärken hatte. Dem entsprechend wurden die Aufgaben auch während der Bereisung durch die Bewertungskommission zugewiesen.

Während des gesamten Dorfwettbewerbs haben alle Verantwortlichen immer darauf Wert gelegt, dass alle Maßnahmen, die im Rahmen des Dorfwettbewerbes verwirklicht wurden nicht für Bewertungskommissionen bzw. für den Wettbewerb sondern in erster Linie für die Dorfbewohner konzipiert und umgesetzt wurden. Die Verantwortlichen sahen ihre besten Chancen darin, dass sie ihr Dorf darstellten, so wie es ist. Bewusst wurde jedoch aufgrund der Ausgangslagen im Bereich der Landwirtschaft und des Tourismus ein besonderes Augenmerk durch die Verantwortlichen auf die Zukunftsprojekte gelegt.
 
 
Dorfbegehungen

Durch die Bewertungskommissionen wurde vorgegeben, wie lange sich die Kommission in unserem Dorf aufhält. Entsprechend dem Kriterienkatalog war auch klar, welche Schwerpunkte zu setzen sind. Die Arbeitsgruppen haben sich entsprechend auf die Bereisung vorbereitet. Die Bereisungsroute wurde gemeinsam erarbeitet und über das Gersbacher Mitteilungsblatt der Bevölkerung mitgeteilt. Die Dorfbevölkerung wurde um Empfang der Bewertungskommissionen in die Bergkopfhalle eingeladen. Insbesondere die Arbeitsgruppenleiter waren bei der Vorstellung der Projekte gefordert. Aber auch weitere Personen, wie Gastwirte, der Dorf-Käser, der Vorsitzende der Fleischdirektvermarktung und weitere für das Dorf wichtige Personen leisteten ihren Beitrag im Rahmen der Begehung. Somit zeigte sich, dass der Dorfwettbewerb in Gersbach von sehr vielen Schultern getragen wurde.

Die Bewertungskommissionen hinterließen auf uns den Eindruck, dass sie sich im Vorfeld sehr gut über unser Dorf informiert hatten. Von den Kommissionsmitgliedern  wurden gezielte Fragen in den unterschiedlichsten Bereichen gestellt. In diesem Zusammenhang war es aus unserer Sicht auch sehr wichtig, dass die  Kommissionsmitglieder persönliche Begleiter zugeordnet bekamen. Im Vorfeld wurden hierzu die Namen der Kommissionsmitglieder über unser Landratsamt erfragt und entsprechend Namensschilder von uns angefertigt. Jeder Kommissionsmitglied erhielt eine persönliche Mappe, in welcher wesentliche Unterlagen über unser Dorf enthalten waren. Während der Kurzpräsentation unseres Dorfes zu Beginn der Begehung wurde immer wieder auf einzelne Seiten des Erläuterungsberichts verwiesen.

Am 17. September 2004 erhielten wir die Nachricht, dass unser Dorf im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ die Goldplakette gewonnen hatte. Die Freude über diesen Erfolg war überschwänglich. Gersbach hatte bislang lediglich im Jahr 1986 an diesem Dorfwettbewerb teilgenommen und im Kreisentscheid nur den 4. Platz belegt. Mit der Teilnahme im Jahr 2002 und dem abschließenden Erfolg mit dem Gewinn der Goldplakette im Bundesentscheid sind wir so zu sagen durchgestartet. Nach den Ergebnissen im Kreisbezirks- und Landesentscheid  wussten wir sehr wohl, dass wir einige Stärken aufzuweisen hatten. Der Besuch der Bewertungskommission im Bundesentscheid verlief so, wie wir uns dies vorgestellt hatten. Trotzdem war es für uns alle überraschend, dass unser Dorf tatsächlich die Goldmedaille im Bundesentscheid errungen hatten.

Von den Arbeitsgruppen wurde für den 17. September 2004 eine „Ergebnisfeier“ organisiert. Nachdem dann bekannt war, dass wir die Goldplakette errungen hatten, wurde ausgiebig mit der Bevölkerung, den Verantwortlichen, der Stadtverwaltung, dem Bürgermeister, Politikern und vielen Freunden und Bekannten bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages gefeiert.
 
 
Bedeutung für das Dorf

Mit dem Gewinn der goldenen Plakette im Bundesentscheid wurde die Dorfbevölkerung für ihr Engagement, welches sie bereits seit Jahrzehnten für ein liebens- und lebenswertes Gersbach aufbringt, belohnt. Es hat sich gezeigt, dass mit Eigeninitiative und Bürgerengagement, insbesondere in Zeiten, in denen die finanzielle Situation der Kommunen sehr dramatisch sind, sehr vieles erreicht werden kann.

Seit dem Gold im Bundesentscheid haben sehr viele Menschen aus Nah und Fern unser Dorf besucht. Insbesondere die Anzahl der Tagesgäste ist sprunghaft angestiegen. Wir bekommen beinahe wöchentlich auch Besuche von politischen Verantwortungen aus der näheren Umgebung, überregional und aus auch dem Ausland. Insbesondere aus Japan haben bereits mehrere Delegationen unser Dorf besucht und sich auch über die Inhalte des Dorfwettbewerbes informiert. Ein japanisches Filmteam hat über Gersbach und den Dorfwettbewerb eine Reportage erstellt.

Der Bekanntheitsgrad unseres Dorfes hat sich weiter erhöht. Unser Dorf ist durchaus ein Beispiel dafür, dass nicht durch Jammern, sondern durch Eigeninitiative die Bevölkerung es selbst in der Hand hat, wie sich das Dorfleben künftig gestaltet.

Der Erfolg im Dorfwettbewerb verpflichtet natürlich auch nicht stehen zu bleiben, sondern uns weiter für eine positive Zukunft unseres Dorfes einsetzen.

Dies war bereits der Ausgangspunkt im Jahr 2000, also zwei Jahre bevor der Dorfwettbewerb für Gersbach überhaupt begonnen hat. Hierdurch wird nochmals deutlich, dass sämtliche Konzeptionen, die erarbeitet und umgesetzt wurden nicht in erster Linie dem Dorfwettbewerb galten.

Unser Dorf darf und wird sich auch nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Weitere Projekte, insbesondere im Bereich des Tourismus wurden seit 2004 weiter vorbereitet und befinden sich jetzt in der Umsetzungsphase. Dies sind u. a.:

  • Durch die Zusammenarbeit mit LEADER + die Errichtung eines

    a) Waldglaszentrums
    b) Erlebnispfades
    c) historischen Schanzenlagers (Wehranlagen aus der Zeit des Barock)
  • Planung eines Campingplatzes
  • Nach der Anordnung im November 2004 die Umsetzung der Flurneuordnung

Gersbach wird sich vom 19. Januar bis zum 28. Januar 2007 auf Einladung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentieren.

Die Grundlage für eine positive Zukunft Gersbachs sind insbesondere auch durch die Teilnahme am Wettberwerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ gelegt. Das Potential, welches auch durch die Teilnahme am Wettbewerb geweckt wurde ist enorm. Wir empfehlen daher jeder Gemeinde am Dorfwettbewerb teilzunehmen. In jedem Dorf sind Menschen, die sich für die Dorfgemeinschaft einsetzen wollen. Dorfwettbewerb bietet hierzu die vielfältigsten Möglichkeiten.

Weitere Informationen zu unserem Dorf entnehmen Sie bitte unserer Homepage www.gersbach.info

gez. Ralf Ühlin, Ortsvorsteher